Hy4Smelt: Bau am voestalpine-Standort Linz gestartet
Mit dem Spatenstich am 25. September 2025 hat am voestalpine-Standort Linz der Bau von Hy4Smelt begonnen. Die weltweit ersten Demonstrationsanlage im Industriemaßstabkombiniert zwei innovative Technologien: ein wasserstoffbasiertes Direktreduktionsverfahren für ultrafeine Eisenerze und ein elektrisches Schmelzverfahren. Die Inbetriebnahme der ist für Ende 2027 geplant. Das Projekt zielt darauf ab, Österreichs Stahlindustrie unter Verwendung von grünem Wasserstoff zu dekarbonisieren.
Primetals Technologies, ein weltweit tätiges Anlagenbauunternehmen, die voestalpine, ein internationaler Stahl- und Technologiekonzern, und Rio Tinto, eines der weltweit führenden Bergbauunternehmen, verfolgen einen völlig neuen und vielversprechenden Ansatz zur Erforschung einer Stahlproduktion mit Netto-Null-CO2-Emissionen.
Die voestalpine verfolgt einen klaren Stufenplan zur Transformation ihrer Stahlproduktion mittels „greentec steel“. Ab 2027 wird an den Standorten Linz und Donawitz jeweils ein mit Grünstrom betriebener Elektrolichtbogenofen in Betrieb genommen. Bis 2029 wird die voestalpine ihre CO2-Emissionen im Vergleich zu 2019 um bis zu 30 % reduziert haben. Dies entspricht fast 5 % der gesamten jährlichen CO2-Emissionen Österreichs.
Die Hy4Smelt-Demonstrationsanlage im Industriemaßstab kombiniert die wasserstoffbasierte Direktreduktion (HYFOR®) für Feinst-Eisenerze mit einem elektrischen Schmelzverfahren (Smelter). Das von Primetals Technologies entwickelte, hochmoderne Verfahren HYFOR® (wasserstoffbasierte Feinerzreduktion) ist seit 2021 in einer Pilotanlage am voestalpine-Standort Donawitz in Betrieb. In Kombination mit dem neuen Schmelzaggregat („Smelter“) von Primetals Technologies kommen diese beiden Technologien im Rahmen des Projekts Hy4Smelt nun erstmals industriell zum Einsatz. Der für die Direktreduktion in der Hy4Smelt-Anlage benötigte Wasserstoff stammt aus der weltweit am längsten betriebenen PEM-Elektrolyseanlage H2FUTURE am Standort Linz. Im Rahmen des Nachfolgeprojekts zu H2FUTURE werden die bisherigen Forschungsaktivitäten zur Wasserstofferzeugung – in Partnerschaft mit Verbund – hinsichtlich Reinheit, Druckerhöhung und Speicherung systematisch fortgesetzt.
Rio Tinto wird 70 % des Eisenerzes für die Hy4Smelt-Demonstrationsanlage im Industriemaßstab liefern und das Projekt technisch unterstützen. Darüber hinaus wird Rio Tinto die Weiterentwicklung und künftige Kommerzialisierung der HYFOR- und Smelter-Technologien begleiten.
Hy4Smelt wird teilweise von österreichischen (aws/Twin Transition und KPC/Transformation der Industrie) sowie europäischen (RFCS/Clean Steel Partnership und Clean Hydrogen Partnership/Hydrogen Valleys) Förderstellen finanziert. Wissenschaftlicher Partner ist K1-MET, eines der international führenden metallurgischen Kompetenzzentren für die Entwicklung metallurgischer und umwelttechnischer Verfahren.