27.11.2025

Oberösterreich bündelt Kräfte in der Automotive-Branche zur Gestaltung der Mobilitätswende

Die voestalpine in Linz war am 26. November Gastgeber des zweiten Future-Mobility-Cockpit-Treffens, mit dem die noch stärkere Vernetzung der Automotive-Branche in Oberösterreich weiter vorangetrieben wird. Im Mittelpunkt des Arbeitsgesprächs standen konkrete Projekte und neue Kooperationen. „Oberösterreichs Automobilbranche ist mitten im Wandel. Die Umstellung auf CO2-neutrale Antriebe stellt Unternehmen und Forschung vor große Herausforderungen – und bietet zugleich Chancen. Mit dem Future Mobility Cockpit bündeln wir Kräfte, setzen klare Schwerpunkte und bringen Projekte auf den Weg“, stellte Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner anlässlich des Treffens fest.

Gruppenfoto: v. l.: Stefan Richter, Wolfgang Mitterdorfer, Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner, Klaus von Moltke
V. l.: Stefan Richter, CEO von KEBA Energy Automation, Wolfgang Mitterdorfer, Mitglied des Vorstandes voestalpine Stahl GmbH, Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner und Klaus von Moltke, Geschäftsführer des BMW Group Werk Steyr © Land OÖ/Hermann Wakolbinger

Ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Partnerschaft zwischen dem BMW Group Werk Steyr und der voestalpine Stahl GmbH. Ein neu entwickeltes Elektroband aus Linz kommt künftig in E-Motoren zum Einsatz, die in Steyr gefertigt werden und in der Neuen Klasse von BMW verbaut sind. Die Kooperation reduziert Transportwege, stärkt den Standort und zeigt, wie regionale Industrie gemeinsam Zukunft gestaltet. 

„Die Automobilbranche verändert sich rasant. Was Betriebe in Österreich wettbewerbsfähig hält, sind Innovation und technisches Know-how“, unterstrich Klaus von Moltke, Geschäftsführer des BMW Group Werk Steyr. „Das neue Elektrostahlband der voestalpine und unser E-Motor aus Steyr zeigen, wie viel Innovationskraft in regionalen Partnerschaften steckt – und wie diese dann Wertschöpfung im Land halten können“, so Klaus von Moltke. 

Das Cockpit soll helfen, weitere solcher Best-Practice-Beispiele zu ermöglichen – durch gezielte Vernetzung und gemeinsame Schwerpunktsetzung.

Neue Ladeprojekte

Auch KEBA bringt konkrete Vorhaben ins Future Mobility Cockpit ein. Das Linzer Unternehmen treibt zwei Projekte zur Ladeinfrastruktur voran und sucht dafür Partner – etwa Logistiker, Energieversorger, Ladestationsbetreiber und Umsetzungspartner. Ein Projekt fokussiert auf den Schwerverkehr mit einem Schnelllade-Hub für eLkw. Das zweite nutzt nachts ungenutzte Parkflächen in urbanen Gebieten für öffentlich zugängliche Lade-Hubs. Beide Konzepte basieren auf modularer Technik und erneuerbaren Energien. 

„Wir suchen Partner, die mit uns die Ladeinfrastruktur der Zukunft gestalten und die Mobilitätswende aktiv vorantreiben“, sagte Stefan Richter, CEO von KEBA Energy Automation.

Schrott als strategische Ressource

Ein weiteres Thema, das diskutiert wurde: die Verfügbarkeit von Aluminium- und Stahlschrott. Eine Vorstudie des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) und des Complexity Science Hub (CSH) zeigt, dass Schrott in Europa knapp werden könnte. Länder wie China sichern sich bereits gezielt ihre Versorgung, während Europa große Mengen exportiert. Für die Transformation hin zu einer CO2-armen Stahlproduktion braucht es ausreichend Schrott. Daher beschäftigt sich die voestalpine mit Verfügbarkeit, Lieferketten und Logistik. Gemeinsam mit ASCII untersucht das Unternehmen die Marktdynamik und logistischen Herausforderungen rund um Schrott in Österreich.

Plattform für Zusammenarbeit

Das Future Mobility Cockpit ist Teil der Initiative Future Mobility Region und wird vom Automobil-Cluster der Standortagentur Business Upper Austria koordiniert. Die Initiative rüstet Oberösterreich für die Herausforderungen der Mobilitätswende – insbesondere für den Umstieg auf alternative Antriebe. Wer nachhaltige Fahrzeugkonzepte entwickeln oder umsetzen will, findet in Oberösterreich in einem Umkreis von 50 Kilometern geballtes Know-how, eine erstklassige Infrastruktur und bestens ausgebildete Fachkräfte. 

„Nur ein vernetzter Standort ist ein starker Standort. Mit dem Cockpit schaffen wir die Basis, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln – für die Herausforderungen von heute und die Chancen von morgen“, hob Landesrat Achleitner hervor. 

Kontaktpersonen:

Klaus Oberreiter, Leitung Policy & Standortstrategie, Business Upper Austria
Klaus Oberreiter
Leitung Policy & Standortstrategie
klaus.oberreiter(at)biz-up.at