25.08.2025

„Wir automatisieren Österreich“

Intelligente, automatisierte und digitalisierte Produktion kann die zahlreichen aktuellen Herausforderungen abfedern. Der Mechatronik-Cluster und die Abteilung Policy & Standortstrategie haben mit dem Land OÖ die Leitinitiative „Automate Upper Austria“ ins Leben gerufen, um den Automatisierungsgrad heimischer Unternehmen zu erhöhen. MC-Manager Elmar Paireder erklärt im Interview, wie die Initiative konkret hilft.

Technische Ingenieure beim Training mit einer Roboterarm-Maschine in einer Roboterfabrik
Automate Upper Austria © iStock/tofumax

Was sind aktuell die größten Herausforderungen für produzierende Betriebe in Oberösterreich?

Unsere Unternehmen stehen im globalen Wettbewerb. Die unklare geopolitische Lage aber auch andere Faktoren führen zu stark steigenden Produktionskosten: Material-, Energie- und Rohstoffpreise sowie die Lohnstückkosten, also die Arbeitskosten je produzierter Einheit, sind seit 2020 in Österreich deutlich stärker gestiegen als in der Eurozone bzw. weltweit. Dazu kommt noch der demografische Wandel, sodass bis 2030 Arbeitskräfte Mangelware sein werden.

Inwiefern kann intelligente, automatisierte und digitalisierte Produktion dazu beitragen, den Fachkräftemangel und den Kostendruck abzufedern?

Automatisierung, Digitalisierung und Robotik ermöglichen Produktion auch mit weniger Fachkräften. Auch 24/7-Schichten sind möglich. Und sie entlasten die Belegschaft bei monotonen oder körperlich belastenden Tätigkeiten. Sie ermöglichen flexible Fertigungssysteme, agile Produktionsplanung und anpassungsfähige Maschinenlayouts. Dadurch kann schnell auf verschiedene Produktlinien umgestellt werden. Sie gewährleisten Ausfallsicherheit. Außerdem ist effizienter Material- und Rohstoffeinsatz möglich, die Energieeffizienz wird verbessert. Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft können optimiert werden. Alles zusammen steigert letztendlich die Produktivität und die globale Wettbewerbsfähigkeit.

Was sind die größten Hürden für Unternehmen auf dem Weg zur Automatisierung?

Im internationalen Vergleich sind wir eigentlich gut aufgestellt. Doch vor allem KMU fehlen oft die Finanzmittel für umfangreiche Automatisierungsprojekte. Und Unternehmen, die mit Automatisierung noch keine Erfahrung haben, scheuen oft den Aufwand, die Komplexität oder fühlen sich schlichtweg überfordert. Auch zu wenig verfügbare, entsprechend ausgebildete Fachkräfte stellen eine Hürde dar. Die Bereitschaft zu digitalisieren, ist bei den meisten aber vorhanden.

Wie unterstützt die Leitinitiative „Automate Upper Austria“ Unternehmen konkret?

Sie ist der wichtigste Hebel, um den Automatisierungsgrad zu erhöhen. Unser Motto lautet: Wir automatisieren Österreich. Mit „wir“ ist die gesamte Standortagentur Business Upper Austria gemeint, denn wir arbeiten in der Initiative branchen- und abteilungsübergreifend. Es gibt beispielsweise spezielle Förderprogramme, hier beraten wir sehr gerne, um die passenden Fördermöglichkeiten zu finden. Unsere Workshops, Informationsveranstaltungen und Vernetzungstreffen sowie Erfahrungsaustauschrunden sind ebenfalls konkrete Angebote, die wir laufend an den aktuellen Bedarf anpassen. Und wir initiieren selbstverständlich Forschungsprojekte, in denen wir Unternehmen und Wissenschaft zusammenbringen und so das Know-how in die Breite bringen. Bei „Zukunft.Produktion“ Anfang 2026 werden sich Interessierte über den neuesten Stand bei Technologien, Forschung und Anwendungsbereiche informieren können.

Welche Rolle spielen Forschungseinrichtungen in Oberösterreich bei der Automatisierung der Unternehmen?

Eine große! In Oberösterreich sind Forschungseinrichtungen und Industrie bzw. produzierende Unternehmen gut miteinander vernetzt. Die lange Tradition im Maschinenbau und in der Metallverarbeitung und die damit verbundenen ständigen Innovationen bilden eine solide Basis für Automatisierungstechnologien. Seit der Gründung des österreichweit ersten Mechatronikinstituts an der Johannes Kepler Universität Linz sind zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie die FH Oberösterreich dazugekommen, sodass unsere Forschungseinrichtungen hier nach wie vor Vorreiter sind.

Mehr Infos zur Leitinitiative Automate Upper Austria:

www.uppervision.at/automate-upper-austria

Kontaktpersonen:

Elmar Paireder, Cluster-Manager Mechatronik-Cluster, Business Upper Austria
Elmar Paireder
Cluster-Manager

Intelligent Production

elmar.paireder(at)biz-up.at